Book Title: Das Mahanisiha Sutta
Author(s): Walther Schubring
Publisher: Verlag Der Konigl Berlin

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Page 31
________________ Shri Mahavir Jain Aradhana Kendra www.kobatirth.org 30 W. SCRUBRING: feindliches Heer der Stadt. Der König macht sich eilends aus dem Staube, kaum daß er dein Jüngling noch seine gläubige Verehrung bezeugt. Dieser selbst läßt das Mahl gleichfalls im Stich, da er es für eigens bereitet ansieht. Er wird, ohne daß er sich zur Wehr setzte, von den feindlichen Kriegern aufgegriffen, die ihn für den verkleidet fliehenden König halten. Da er sich ohne Vergehen weiß, so bietet er sich der Hinrichtung tapfer dar. Die Feinde aber bleiben bei seinen Worten wie gebannt stehen; er selbst sinkt ohnmächtig zu Boden. Der König beauftragt inzwischen Leute, in der Stadt heimlich nach seinen zurückgelassenen Kostbarkeiten zu forschen und nach dem jungen Mann zu sehen. Als sie in die Stadt kommen, werden sie Zeugen, wie dieser gerade das Haarausraufen der Mönchwerdung vornimmt und die Gottheit der heiligen Lehre ihn unter einem Blumenregen preist (Arya-Str. 13-19), worauf sie verschwindet. Auf die Botschaft hiervon naht sich der König voll Freude, Furcht und Neugier und sieht, wie der Jüngling, über den inzwischen die Ohi-Erkenntnis gekommen ist, im Schatten eines Schirmes, den Sakka ihm hält, den Dharma predigt. Dieser wunderbare Anblick bestimmt ihn, Mönch zu werden; seine ganze Umgebung und der feindliche König tun desgleichen. Alle Götter und Göttinnen fahren mit Segenssprüchen vom Himmel herab. Acharya Shri Kailassagarsuri Gyanmandir (VI) Auch hier wird das leichte Gewinnen der Erweckung erklärt. Der Jüngling war schon in einer Vorexistenz Mönch, nur beging er damals eine Wortsünde, die ihm eine lebenslängliche Strafe eintrug. Außerdem müssen die drei großen Vergehen, gegen Wasser, Feuer und Keuschheit, in jeder Weise vermieden werden. Deshalb hat er die Erweckung so leicht gewonnen." Der Jüngling, jetzt ein berühmter Prediger, macht sich mit großem Gefolge nach dem Berge Sammeyasela auf, um sich dort zum Fastentode zu bereiten. Er berührt dabei die Residenz der Königin (itthi-narinda), und nach seiner Predigt ergreift auch sie mit ihrer Umgebung das Mönchtum und schließt sich dem Zuge an. Auf dem Berge soll die große Beichte stattfinden, und der Lehrer erinnert die frühere Königin daran, auch jenen Vorfall zu beichten, als sie ihn einst verlangend betrachtet habe. Sie macht aber, um ihr Ansehen als des Königs Tochter nicht zu gefährden, geltend, sie habe ihn angeblickt, nur um zu prüfen, ob seinen körperlichen Vorzügen auch sittliche Kraft entspräche. Sie sieht also keine Sünde, die zu beichten wäre, eher ein Verdienst. Der Lehrer ist tief entrüstet über diese Ausflüchte einer weiblichen Natur und hält ihr vor, daß sie die ganze Wirkung ihrer For Private And Personal Use Only

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