Book Title: Das Mahanisiha Sutta
Author(s): Walther Schubring
Publisher: Verlag Der Konigl Berlin

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Page 98
________________ Shri Mahavir Jain Aradhana Kendra www.kobatirth.org Acharya Shri Kailassagarsuri Gyanmandir Das Mahānisiha-Sutta. benen Mängel in der Prosa zuzutreffen. Aber die Geschichte von der Nonne Raijā (6 VI), die dem Mahänisīha einverleibt ist (S. 35), zeigt uns, daß die prosaische Ausdrucksfähigkeit jener Zeit durchaus auf der Höhe stand. Die anderen Erzählungen unseres Textes bleiben vielmehr hinter dem Durchschnitt zurück. Ferner bedient sich der Verfasser, wo er selbst das Wort führt, fast ausschließlich des Sloka's. Dabei ist in seiner Zeit die Arya bereits durchgedrungen, wie die Anführungen aus den großen metrischen Werken zeigen. Wie diese zeitwidrigen Tatsachen zu erklären sind, steht dahin. Man könnte annehmen, es handele sich im Einklang mit dem von uns nachgewiesenen Streben (S. 7) um eine bewußte Altertümelei, hieße dies nicht dem Überblick des Verfassers über Sprach- und Stilerscheinungen zuviel zutrauen. Eher möchten wir an eine Verschiedenheit des Ortes, wo unser Text entstand, von dem gewöhnlichen Schauplatz literarischer Betätigung glauben. Die e- und o-Form des Nom. in ihrer Vermischung weist auf eine geographische Lage zwischen dem östlich herrschendene und dem westlichen 0, also, mit der echten AMg. verglichen, auf eine Verschiebung nach Westen. Es mag hiermit zusammenhängen, daß den Verfasser eine Ahnung von Verhältnissen in Kathiawad gerade noch erreicht hat (S. 42). Was die aus dem Text direkt zu gewinnenden Daten betrifft, so liegt der Kanon, agama, auch siddhanta, fertig vor. Indem das Werk ihn als solchen nennt, fühlt es sich selbst als außerhalb seiner stehend. Bekannt ist ihm nachkanonisches Schrifttum, wie der Ausdruck (3 XIII) siddhantāyāra-cariya-purūna-dhammakahāo dartut, und zwar zeigt das Adjektiv pasattha, daß jinistische gemeint sind. Für die Lebensgeschichte heiliger oder frommer Personen (cariya) wird dies durch den Hinweis auf die Arihantacariyā (8. 45), für die Purāna's durch die Andeutungen von Legenden bestätigt. Die Gattung erbaulicher Erzählungen ist überhaupt schon reich entwickelt. Die nachgewiesenen Zitate zeigen den Mahānisiha-suyakkhandha jünger als dic Avassaga-, Dasaveyaliya-, Pinda- und Ohanijjutti, das Vavahära-bhāsa. Mit der Panhāvāgarana-cunni, die wir nicht mehr besitzen, scheint an einer Stelle eine enge Berührung stattgefunden zu haben (S. 6). Erläuterungsschriften mit dem Titel samgahani werden neben den nijjutti genannt (S. 47). Daß angesehene Kirchenlehrer früher Jahrhunderte unsere Texte hochgeschätzt hätten, ist nicht glaubhaft (S. 7); eine Ausnahme macht nur Haribhadra. Nach unverdächtigem Zeugnis hat er das Werk gekannt. Dazu Phil.-hist. Abh. 1918. Nr. 5. 13 For Private And Personal Use Only

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