Book Title: Das Mahanisiha Sutta
Author(s): Walther Schubring
Publisher: Verlag Der Konigl Berlin

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Page 74
________________ Shri Mahavir Jain Aradhana Kendra www.kobatirth.org Acharya Shri Kailassagarsuri Gyanmandir Das Mahānisiha-Sutta. sokkha 3, 64; sicu-suha 5 I, u. a. m. In diesen Ausdrücken berührt sich unser Text mit didaktischen Dichtungen, wie den beiden Uvaesamālā, dem Bhavaveraggasayaya und anderen, sowie mit der Samarāiccakahā. Ist diese Anschauung einer ganzen Epoche eigentümlich und geschichtlich leicht zu begreifen, so ist in anderer Hinsicht am Mahānisīha fast ein rückläufiger Gang zu beobachten. Zu den Grundlagen der Lehre rechnet die Unverletzlichkeit der sechs Lebensformen und, wozu sie selbst gehört, die fünf Gelübde. Erde, Wasser, Feuer, Wind, Pflanzen und höhere Wesen sind alle in gleicher Weise vor jeder Schädigung zu schützen; solche Gewalttat, Lüge, Raub, Unkeuschheit und Hang am Besitz sind alles gleich schwere Sünden. Diese Unterschiedslosigkeit besteht im Mahānisiha anscheinend nicht mehr; dort spielen der Mißbrauch von Wasser und Feuer und die geschlechtliche Begier eine auffällig hervortretende Rolle. Der Kanon kennt wohl Regel und Ausnahme und wird ohne Ausschließlichkeit verkündigt (anegantam pannavijjai); jedoch die Verbote von Wasser, Feuer und Geschlechtsgenuß gelten unbedingt, heißt es am Schluß des 5. Kapitels. (Kuvalayappabha's Schuld besteht darin, daß er diese Klausel unterdrückt.) Diese Dreiheit uu, teu, mehuna begegnet ferner 2, 179f. 189; 5 VI (zweimal); 7 II; 8 VI (zweimal); 2, 179. 190 md 6, 110 wird sie als aboli-labhiya kamma, 8 VIII als abohi-dāyaga, 8 VI als tinni mahū-păcatthäne bezeichnet. Dieser letzte Ausdruck kommt ihnen allerdings nicht allein zu, das lehrt die Hanptstelle 8 VIII: se bhayacam, kenom atthenum ūu-teu-mehuna tti abohi-dāyage samakkhāe?' Goyama num, savram ari chakkūya-sumūrambhe maha-păcatthane, kim tu aukāya-samāramblenam anunta-sattóvaghae [ergänze etwa: teukuya-s. asamkhejja-s.), mehun'āsevanenam tu samkheijdsamkheija-s. Weshalb die Unkeuschheit verboten ist, zeigen schon die letzten Worte. Zu ihnen stellt sich der Satz: (7 II) ecam je num bhikkhu āu-kāyam vā teu-kayam tā itthī. sariraoayacam că samghatteijā, no nam paribhunjejja, se nam ...; je una paribhunjejja, se nam... Endlich erinnern wir uns auch an die Theorie von den 900000 Wesen, die, im Schoße des Weibes hausend, beim Geschlechtsverkehr der Beschädigung ausgesetzt sind. Die Enthaltsamkeit wirl in diesen Stellen also nicht um ihrer selbst willen gefordert, sondern sie ist herabgesunken zu einem Anhang zum ersten Gelübde. Wir haben hier sicher eine Erfindung unseres Textverfassers vor uns'. Strenggläubigen erschien Die Andeutung von etwas Ahnlichem scheint höchstens in der von Leumann ZDMG 46, 60of. mitgeteilten Geschichte II 3 vorzulegen. Phil.-kisl. Abh. 1918. Nr. 5. 10 For Private And Personal Use Only

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