Book Title: Miszellen Zur Erkenntnistheoretisch Logischen Schule Des Buddhismus
Author(s): Ernst Steinkellner
Publisher: Ernst Steinkellner

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Page 10
________________ 150 ERNST STEINKELLNER conceptual penetration of Dharmakirti's works and, although a terminus ante quem is still lacking, I propose around 800 A. D. for his floruit. II. Sanskrit Fragmente der Pramāņa. viniscayaţikā, 2. Kapitel Die Pramāņaviniscayaţikā des Dharmottara, der älteste bekannte Kommentar zu Dharmakirtis zweitem Hauptwerk, ist ihrem Wesen nach nicht nur ein Wortkommentar, sondern mit ihren ausführlichen Problembeschreibungen und oft großen Exkursen ein gutes Beispiel für die Periode jener Erklärungsarbeit an den Werken Dharmakirtis, die in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts einsetzt und die ich grob als die Periode der inhaltlichen Durchdringung der in den Grundtexten enthaltenen Lehren und systematischen Zusammenhänge bezeichnen möchtel. Wie bei Karņakagomin ist es auch bei Dharmottara einfach, die Abschnitte mit reinen Worterklärungen von den meist folgenden Abschnitten mit Sinnerklärungen zu unterscheiden. Und es sind diese Sinnerklärungen, die - oft zu Exkursen oder Polemiken ausgeweitet - den charakteristischen Beitrag dieser Kommentatoren-Periode darstellen und in denen wir auch die wichtigsten Eigenleistungen der Kommentatoren erwarten können. Daß Karņakagomin neben Sākyamatis PVT auch Dharmottaras PVinT für seinen Kommentar (PVSVT) ausgewertet hat, konnte ich in der vorhergehenden Untersuchung zeigen. Während nun Karņakagomin Dharmottaras Worterklärungen nur selten und nicht ohne besonderen Grund denen des Sākyamati vorzieht2, sind die von ihm gebotenen Sinnerklärungen im Bereich der parallelen Grundtexte recht häufig bei Dharmottara nachweisbar. Neben Karņakagomin hat offenbar auch der späte Durvekamiéra bei Abfassung seines Kommentars zu Dharmottaras Nyāyabinduțīkā, des Dharmottarapradipaḥ, diese Erklärungstexte der PVinT herangezogen. Die Tatsache, daß derartige Texte der PVinT von anderen Kommentatoren übernommen wurden, ermöglicht nun nicht nur die Wiedergewinnung interessanter Teile der PVin T im Original, sondern bestätigt auch, daß der in diesen Texten sich dokumentierende Erklärungsfortschritt eine Leistung des Dharmottara ist und daß wir in diesen Sinnerklärungen enthaltenden Texten 1 Neben der PVinT gehören auch Arcațas Kommentar zum Hetubinduḥ und Karnakagomins PVSVT zu dieser Gruppe von Werken. 2 Vgl. z. B. oben 149 f.

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